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Anwendungsgebiete - Nutzen

Die Prävention

Qigong wird in der Prävention, das heisst in der Förderung der Gesundheitserhaltung und im Rahmen der TCM für die Therapie eingesetzt. Das gleiche trifft auf das Taijiquan zu. Mit gezieltem Einsatz dieser Bewegungs-,  Atem- und Meditationslehren soll die Anpassungsfähigkeit des Körpers an Umwelteinflüsse und die Abwehrkräfte gegen Krankheiten gestärkt werden. Die schädlichen Störungen sollen vom Eindringen in den Körper abgehalten werden.

Die jahrhundertelange Erfahrung mit Qigong und Taijiquan zeigt, dass die Immunkräfte und die Regenerations-Fähigkeit wirksam verbessert werden können. Der mit Qigong und Taijiquan erreichte Zustand einer inneren Ruhe und Gelassenheit wirkt sich positiv auf die Erholungsphase nach einer starken Belastung aus. Das Ziel ist ein allgemeiner Zustand der Entspannung, sowohl körperlich als auch seelisch.

Daraus resultieren

- ein Abbau von Stress;
- eine Verbesserung der Konzentration;
- eine grössere Gelassenheit;
- eine stabilere Gesundheit.

Qigong und Taijiquan tragen dazu bei, den Energiehaushalt zu stärken, was physiologisch bedeutet, dass der Körper mit der Energie sparsamer umgeht.

Die Therapie

Qigong und Taijiquan werden vor allem im Rahmen der TCM für die Therapierung der verschiedensten Krankheiten* begleitend eingesetzt. Das Spektrum der möglichen Behandlungen ist sehr breit gefasst, so zum Beispiel die Behandlung des Herz-Kreislauf-Systems, Erkrankungen des Verdauungstraktes, Probleme mit dem Stoffwechsel, um nur einige zu nennen. Um therapeutisch tätig zu sein, sind medizinische Kenntnisse erforderlich, die über die Anforderungen für eine Tätigkeit im Präventivbereich hinausgehen.

Die SGQT unterscheidet bewusst zwischen der Prävention und der Therapie. Sie hat ihr Anforderungsprofil für eine Mitgliedschaft zurzeit ausschliesslich auf den Bereich der Prävention ausgerichtet.

Meditation/Bewusstseinsbildung

Wie bei allen Meditationstechniken geht es auch im Qigong und Taijiquan um Achtsamkeitsentwicklung. Die Introspektion wird sich aber nicht nur auf Körperprozesse beschränken, sondern auch zu Einsichten in den menschlichen Geist führen. Qigong und Taijiquan kann auch eine hilfreiche Methode sein, wie wir mit all unseren Erwartungen, Hoffnungen und Identifikationen umgehen und führt damit zu einer ganzheitlichen Entwicklung des Bewusstseins.

Die Kontraindikationen

Im Rahmen der Vielfalt und der breiten Anwendungsbereiche ist das Qigong und Taijiquan für die unterschiedlichsten Behandlungen** einsetzbar. Die ausgebildete Fachkraft wird eine entsprechende Auswahl zusammenstellen. Dabei wird sie bestimmte Einschränkungen beachten, so zum Beispiel den Verzicht auf  emotional stark wirkende Übungen bei tiefen psychischen Leiden oder bestimmte Bewegungsabläufe bei motorischen Behinderungen.

*Chinesische Naturheilverfahren, Foen Tjoeng Lie, **„Wissenswertes vom Qigong“, Foen Tjoeng Lie

 

Ausgewählte wissenschaftliche Studien zu Qigong und Taijiquan
zusammengestellt von der SGQT 2015
 
Comprehensive Therapeutic Benefits of Taiji – A Critical Review.
Klein PJ; Adams WD.
AM J Phys Med Rehabil 2004;88:735-745.
 
Psychophysiological outcomes of health qigong for chronic conditions: A systematic review.
Bobby H.P. NG; Hector W.H. Tsang.
Psychophysiology 2009;46:257–269.
 
A Review of Clinical Trials of Tai Chi and Qigong in Older Adults.
Carol E. Rogers; Linda K. Larkey; Colleen Keller.
Western Journal of Nursing Research 2009;31(2):245-279.