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2012-04-21 - Ueben im Park - Zürich Chinagarten


Üben im Park in Zürich 21. April 2012 mit 27 TeilnehmerInnen

Mit grossem Wetterglück geniessen wir einen meist sonnigen, sehr interessanten und freundschaftlichen Tag in und um den Chinagarten in Zürich. „Ein weiser Mensch passt sich wie das Wasser der Form des Gefässes an und bleibt trotzdem seiner Persönlichkeit treu.“ Bereits auf dem Weg entlang dem dunkelblauen, zum Teil silbern glitzernden Zürichsee und der herrlichen Kulisse der Schneeberge können wir uns einstimmen.

Der Chinagarten ist ein Geschenk der chinesischen Partnerstadt Kunming an die Zürcher Bevölkerung. Er wurde 1994 eröffnet und wird heute von Grün Stadt Zürich betrieben. Er gehört in die Gruppe der Tempelgärten und ist der ranghöchste Garten ausserhalb Chinas. Der Garten setzt sich mit dem Hauptthema der chinesischen Kultur auseinander: Drei Freunde im Winter. Gemeint sind damit drei Pflanzen, nämlich die Kiefer, welche für Enthusiasmus und Lebensfreude auch im hohen Alter steht, der Bambus, der durch seine Biegsamkeit und Anpassungsfähigkeit auch starken Winden Stand hält und die liebliche Blüte der Winterkirsche, welche als erste im Schnee erscheint und das neu aufkeimende Leben symbolisiert. Doch nun der Reihe nach.

Die Mauer um den Garten dient als Schutz und stellt eine Trennung zum Alltag dar. Auf einem Medaillon neben dem Eingang lädt das Wundertier „Einhorn“ Güte und gute Energien ein und dient als Schutz für die Kinder. Goldgelbe Ziegel und Nagelreihen am Portal sind Zeichen der kaiserlichen Farbe und höchster Ehre. Wir steigen sorgsam über die Schwelle am Hauptportal, durch welches gleichzeitig gute Energien von Süden her einströmen sollen und negative Energien von der Schwelle zurückgeworfen werden. Ebenso werden wir dort von Löwen, als Zeichen der Macht, Pfauen, als Zeichen der Schönheit und Pfingstrosen, Sinnbild weiblicher Schönheit empfangen. Ein weiterer Gang durch eine Öffnung im Felsen soll die Spannung und Vorfreude auf den Garten erhöhen. Wir treten hindurch und befinden uns unmittelbar am ruhigen Wasser, Sinnbild für das Yin neben dem Felsen als Yang. Ein Paradies öffnet sich: endlos geschwungene Wege, sattes Grün und auserwählte Bäume und Pflanzen lassen eine grosse Ruhe auf uns einströmen. Dann, ein Weg im Zick Zack übers Wasser, der unseren Blick bewusst in verschiedene Richtungen und Perspektiven lenkt, führt uns zum Garten-Zentrum, dem runden Pavillon. Im Schutz des Pavillons geniessen wir auf einem Sonnenbänklein, umgeben von ruhigem Wasser und den dahin gleitenden Fische den herrlichen Ausblick. Die grossen Bäume im Garten zeigen auf die grossen Bäumen am Seeufer, sie lassen den Garten weiter wirken und stellen so eine schöne Verbindung zur Aussenwelt her.

  

Jede Jahreszeit weist auf die Blüten einzelner Bäume und Sträucher, auf ihr farbiges Laub oder Immergrün hin.  Auf Blumen wird bewusst verzichtet, da die intensive Pflege die Ruhe störe und durch eine zu grosse Vielfalt an Pflanzen vom Wesentlichen ablenke. Natürlich darf der Bambus nicht fehlen und man sagt, sein Rascheln sei sein Lachen, wenn er sich im Wind vor Lachen krümme, weil ihn dieser nicht brechen könne. Es gäbe noch so viele spannende Details zu berichten, vielleicht noch ein letzter Spruch: „Wann haben wir Zeit, mit dem Mond und seinem Spiegelbild dreimal anzustossen?“ 

Wir danken Frau Iris Meyer für die interessante und sehr kompetente Führung, es war ein Hochgenuss!

Im Garten üben wir in herrlicher Umgebung die Acht Brokate und wechseln nach einem kurzen Picknick auf die grosse Wiese am See. Da uns ein kurzer heftiger Regenguss überrascht, wechseln wir in die angrenzende alte Villa, können nochmals Taijiquan und Qigong üben und geniessen dann ein feines Glas Wein, Käse, Salami und dies und das, was Karin und Eliane mit ihren Helferinnen liebevoll für uns angerichtet haben. Herzlichen Dank, ihr habt das toll organisiert! Vielen Dank auch allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die freundschaftliche Runde, wir freuen uns schon auf das nächste Üben im Park!

Beatrice Gemperli-Link

 

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