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Wirkungsweise des Taiji

Die Bedeutung des Namens Taijiquan
In der daoistischen Philosophie wird unter „Taiji“ das eigentliche Entstehen des Universums, das Zusammenführen von Himmel und Erde zu einer Einheit verstanden. In diesem Sinne bedeutet Taiji nichts anderes als das Vollendete, das Höchste.

Die wörtliche Übersetzung von Taiji ist „Firstbalken“. Der höchste Balken des Hauses, der die beiden Dachseiten trägt und zusammenführt. Bekannt ist Taiji bei uns vor allem auch als Zeichen, das im Westen „yin yang – Zeichen“ genannt wird. Es zeigt schön das Zusammenspiel und der Wechsel von den beiden Kräften Yin und Yang.

„Quan“ hingegen ist die Bezeichnung für Faust und und unterscheidet sich mit diesem Begriff zu den Taiji-Waffenformen, weist aber auch auf die ursprüngliche Verbindung zur Kampfkunst hin. Ebenfalls erklärt dieser Ausdruck, dass über diese „Faustform (Quan)“ zur Einheit, zur Harmonie (Taiji) gefunden werden kann.

 

Die Wirkungsweise des Taijiquan
Dass die körperliche Betätigung sich positiv auf den gesundheitlichen Zustand auswirkt wur-de früh erkannt. Schon im berühmten Werk der „Innere Klassiker des Gelben Kaisers“ (Nei Jing) wird darauf hingewiesen. Vor allem dem Zusammenwirken der speziellen Haltung und Bewegungen, sowie der bewussten Atmung wird die besondere Wirksamkeit zugeschrieben.

Die regelmässige Anwendung des Taijiquan fördert nicht nur die Entspannung und Beweglichkeit, sondern beeinflusst auch das Nervensystem, die Atmung, den Kreislauf, die Verdauung, sowie die Stoffwechselvorgänge. Langjährige Erfahrungen und Untersuchungen haben die positive Wirkung des Taijiquan auf den menschlichen Organismus bestätigt.

Taijiquan, das als Kampfkunst begründet wurde, wird heute auch mehr und mehr für das körperliche und geistige Wohlbefinden praktiziert, als sanftes Bewegungstraining und als Bewegungs-Meditation. Die Kampfkunstaspekte werden vor allem im Push Hands (Tui Shou) geübt, das aber auch als Sensitivitätstraining angesehen werden kann.

Üben von Taijiquan bedeutet Konzentration und Entspannung zugleich. Dies stärkt den Körper, lässt ihn geschmeidiger und beweglicher werden, regt den Energiefluss an und führt zu Harmonie und Ausgeglichenheit und innerer Stärke.

 

Das Taijiquan und Meditation
In der Meditation wird ein innerer Zustand der Leere, der Stille und der geistigen Wachheit angestrebt. Wie kann nun eine Methode wie das Taijiquan in ihrem stetigen Bewegungsfluss  zur tiefen Meditation beitragen? In der daoistischen Philosophie spielt das Prinzip von Yin/Yang eine herausragende Rolle. Yin und Yang sind einerseits Gegenpole, anderseits bedingen sie sich, das eine würde ohne das andere nicht bestehen. Körper und Geist (mit all ihren Funktionen und Vorgängen auf verschiedenen Ebenen) bilden eine solche Polarität. Die Praxis des Taijiquan führt in die Vielfalt und Tiefe dieser Polarität. So verlagert sich z.B. die Achtsamkeit im Laufe der Zeit von der äusseren Bewegung hin zu subtilen Veränderungen innerhalb des Körpers und zur bewussten Interaktion in der sich ständig verändernden Umwelt. Balance und Wandel, Ruhe und Bewegung, Einsicht und Ausdruck sind Schlüsselbegriffe, die im Taijiquan konkret umgesetzt werden.