Chronik der Schweizerischen Gesellschaft für Qigong und Taijiquan SGQT/ASQT 2000 – 2025

Erstellt von Beatrice Gemperli-Link anlässlich der Jubiläumsveranstaltung „25 Jahre SGQT“ vom 21./22. Juni in Quarten

2000-2011: Gründung und Entwicklung

Die Gründungsversammlung der SGQT findet am 1. Dezember 2000 in Olten statt, insgesamt 26 Personen werden Gründungsmitglieder.

Am 4. Dezember 2000 schreibt der erste Präsident Jürg Schmid an Foen Tjoeng Lie:
„Ich erinnere mich gerne, dass du es warst, der an einem Gespräch die Idee zur Gründung eines Schweizer Verbandes anregte, du darfst also eine gewisse Vaterschaft in Anspruch nehmen. Ohne deinen Vorschlag wäre am 1. Dezember sicher kein Schweizer Verband gegründet worden.“

Der Vorstand setzt sich in der ersten Phase wie folgt zusammen:

  • Jürg Schmid, Präsident 2000-2009
  • Andrea Grossholz Ebner, Vizepräsidentin 2000-2004
  • Cornelia Gruber-Bilgeri, Vizepräsidentin 2004-2009, Präsidentin 2009-2011
  • Guido Tamburini, Aktuar 2000-2008 (verstorben 2008)
  • Jürg Champoud, Kassier 2000-2011
  • Jürg Wiesendanger, Leiter Fachgruppe Taijiquan 2000-2005
  • Günter Holey, Leiter Fachgruppe Qigong 2000-2004

Die erste Webseite präsentiert sich wie folgt:

Die dazugehörige Broschüre beginnt poetisch:

Bereits in der Gründungszeit ist die Frage, ob Kursteilnehmende Beiträge von den Krankenkassen erhalten können, ein wichtiges Thema. Dies belegt eine entsprechende Anfrage von Dagmar Mohn vom 23.09.2000.

Die Statuten vom 12.03.2004 zeichnen sich durch folgende Inhalte und Ziele aus:

  • Parteipolitische und konfessionelle Unabhängigkeit des Verbandes
  • Qualitative Förderung und Sicherung der Qigong- und Taijiquan-Lehrtätigkeit
  • Förderung der beruflichen Weiterentwicklung durch Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen
  • Sicherstellung eines hohen qualitativen und ethischen Berufsstandards durch verbindliche Richtlinien und Kontrollmassnahmen
  • Erfahrungsaustausch und Kontaktpflege mit verwandten Berufsverbänden in anderen Ländern
  • Information der Mitglieder über Entwicklungen im Qigong und Taijiquan

In den Statuten vom 12.03.2004 werden folgende Mitgliederbeiträge bestimmt:
Für Aktivmitglieder: CHF 170.–
Für Passivmitglieder: CHF 70.–

Für Aktivmitglieder wird eine Weiterbildung von mindestens 25 Stunden innerhalb von zwei Jahren gefordert.

Die Werbung und Öffentlichkeitsarbeit sind dem Verband wichtige Anliegen. Im MV-Protokoll vom 12.03.2004 heisst es hierzu:

„Im Vordergrund stand wiederum die Teilnahme an den Schweizerischen Gesundheitstagen in Solothurn vom Oktober 2003. Unser Stand und die Workshops unserer Vorstandsmitglieder Andrea Grossholz Ebner, Guido Tamburini und Jürg Wiesendanger und die Darbietungen seiner rund 60 Schülerinnen und Schüler waren ein grosser Erfolg! Der SGQT ist es gelungen, mit ihrem Auftritt für den Verband und die Mitglieder bei den an der Gesundheit interessierten Kreisen sehr positiv in Erscheinung zu treten.“

An der MV 2005 wird beschlossen, dass der Verband regelmässig Weiterbildungen anbietet, was ab 2007 umgesetzt wird.

In den Jahren 2007 und 2010 werden zwei Ausgaben der Verbandszeitschrift „Accent“ erarbeitet. Cornelia Gruber, die damalige Vizepräsidentin, initiiert dieses Projekt und setzt es mit vielen Helfern um. Da der Aufwand jedoch sehr gross ist, bleibt es bei zwei Ausgaben.

2011-2020: Erneuerung und Weiterentwicklung

Ab 2011 erfährt der Vorstand eine grössere Veränderung und entwickelt neue Ideen. Eine zweite prägnante Phase in der Verbandsgeschichte beginnt.

Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:

  • Lukas Häne, Präsident 2011 bis 2017
  • Peter Fiechter, Kassier 2015-2017, Präsident 2017-2020
  • Jeannette Machoi, Leiterin Fachbereich Qigong 2011-2013
  • Patricia Stifani, Leiterin Fachbereich Qigong 2013-2018
  • Daniel Züblin, Leiter Fachbereich Taijiquan 2011-2021
  • Ruth Tandang, Kassierin 2011-2015
  • Albert Hiltebrand, Aktuar 2011 bis 2013

In dieser Zeit werden verschiedene Projekte umgesetzt: Eine neue Webseite mit einem neuen Logo wird entworfen. Das Logo der SGQT besteht aus dem chinesischen Schriftzeichen 易 Yi, welches “Wandel” oder englisch “Change” bedeutet. Mit dem Wandel sind die Wechselwirkungen von Yin und Yang gemeint (vgl. 易经 Yijing, das Buch der Wandlungen), denen wir in den Bewegungen des Qigong oder Taijiquan begegnen und deren relatives Gleichgewicht sowohl geistiges wie körperliches Ziel der Übung darstellt.

Eine neue Info-Broschüre zu Qigong und Taijiquan wird veröffentlicht. Der Anschluss ans EMfit-Qualitätslabel wird ausgehandelt, welches den Kursteilnehmenden höhere Beiträge von den Krankenkassen ermöglicht. Im Weiteren folgte eine umfassende Statuten-Überarbeitung, für die Vorstandsmitglieder wurden Funktionsbeschriebe verfasst, und es folgt die Digitalisierung aller Unterlagen. Die SGQT schliesst sich einer Betriebshaftpflichtversicherung mit vergünstigten Konditionen für die Mitglieder an.

2020-2025: Zweite Erneuerung und Ausbau des Angebots

Der Vorstand erfährt 2020 eine grundlegende Erneuerung. Er setzt sich wie folgt zusammen:

  • Beatrice Gemperli-Link, Leiterin Fachbereich Qigong 2019-2020, Präsidentin ab 2020
  • Urs Zimmerli, Leiter Fachbereich Qigong 2020-2026
  • Marko Nedeljikovic, Leiter Fachbereich Taijiquan 2020-2022
  • Fredy Buttauer, Leiter Fachbereich Taijiquan ab 2022
  • Dagmar Mohn, Kassierin ab 2020
  • Willy Weber, Öffentlichkeitsarbeit 2022-2025
  • Samuel Tanner, IT 2022-2024
  • Qi Wang, Öffentlichkeitsarbeit 2025-2026
  • Das Sekretariat wird ab 2020 von Sonja Merz geführt

Die Jubiläumsveranstaltung „20 Jahre SGQT„, welche noch unter der Leitung von Daniel Züblin aufwändig organisiert wurde, muss aufgrund der Corona-Pandemie verschoben und schliesslich abgesagt werden.

Während dieser schwierigen Zeit unterstützt der Vorstand die Mitglieder mit stets aktuellen Schutzkonzepten sowie weiteren Hilfestellungen. Erst am 17.02.2022 werden die für den Bereich „Sport“ geltenden Massnahmen vollständig aufgehoben. Die Erleichterung ist gross.

Der Vorstand erarbeitet in diesen Jahren zahlreiche Dokumente, welche den Verband und die Mitglieder unterstützen. Zudem wird eine neue Webseite aufgebaut und die Grundlagen des Verbandes erneuert:

  • Zur besseren Anerkennung bei den Krankenkassen und für unsere Informations- und Öffentlichkeitsarbeit wird 2020 ein Informationsdokument für Krankenkassen, Ärzte und therapeutische Fachkräfte veröffentlicht.
  • Zur Zeit der Corona-Pandemie hochaktuell, wird 2020 eine Konzept-Anleitung für das Projekt „Qigong und Taiji im Park“ verfasst.
  • Ab 2021 werden die Statuten, die Aufnahmekriterien sowie die Weiterbildungsweisung grundlegend überarbeitet und schliesslich 2023 in Kraft gesetzt.
  • Ab 2022 wird der „Welt Taiji & Qigong Tag WTQT“ in Kooperation mit den Verbänden aus Deutschland und Österreich organisiert. Eine gemeinsame Webseite vielfalt-erleben.org wird für den deutschsprachigen Raum geschaffen, welche 2025 durch eine zusätzliche Schweizer Webseite wtqt.ch ergänzt wird.
  • Der Leitfaden Körperkontakt für den Qigong- und Taijiquan-Unterricht wird 2022 in Zusammenarbeit mit Mitgliedern ausgearbeitet und von der MV im Jahr 2023 angenommen.
  • Nach zweijähriger Erarbeitungszeit wird 2023 die neugestaltete und technisch aktualisierte Webseite der SGQT sgqt.ch veröffentlicht.
  • 2024 wird die Honorarempfehlung für Qigong- und Taijiquan-Unterrichtende veröffentlicht, welche ein Hilfsmittel sein kann für Verhandlungen mit Institutionen.

2023 beginnt die Planung für den Jubiläumsanlass „25 Jahre SGQT-ASQT„, welcher im Juni 2025 im Zentrum Neu-Schönstatt in Quarten gefeiert wird – mit herrlichem Blick auf den Walensee. Der gelungene Anlass ist geprägt durch ein reichhaltiges Kursangebot und eine besondere Atmosphäre der gegenseitigen Wertschätzung.

Fazit und Ausblick

Die SGQT hat sich über 25 Jahre erfolgreich entwickelt und ist heute breit abgestützt. Die Anzahl der Mitglieder hat sich in den ersten 25 Jahren wie folgt entwickelt:

01.12.2000: 26 Mitglieder

01.01.2025: 181 Mitglieder (151 Aktivmitglieder, 30 Passivmitglieder)

Die Aufnahmekriterien sind im Laufe der Zeit mehrmals überarbeitet worden, insbesondere durch die Etablierung des dreistufigen Systems, welche die Stufen „Kursleiter*in“, „Lehrer*in“ und „Ausbildner*in“ unterscheidet. Die Anforderungen wurden dabei zwischen den Methoden Qigong und Taijiquan angeglichen und im Laufe der Zeit tendenziell erhöht.
Hier ein Vergleich am Beispiel Anforderungen an Aus- und Weiterbildung auf „Stufe Lehrer*in“:

Anforderungen im Jahr 2000 Stufe Lehrer*in:     3-Jahre / 360 Stunden
Anforderungen im Jahr 2025 Stufe Lehrer*in:     5 Jahre / 540 Stunden

Ein Überblick über alle Mitarbeitenden der SGQT (Vorstand, Fachgruppen, Revisionsstelle, Sekretariat) von 2020 – 2025 ist hier ersichtlich.

Die SGQT ist in den vergangenen 25 Jahren aufgeblüht und wird von ihren Mitgliedern für ihre unterstützende Arbeit sehr geschätzt. Sie ist in allen Belangen solide aufgestellt und kann – auf Basis der geleisteten Arbeit in allen Phasen ihrer bisherigen Entwicklung – optimistisch in die Zukunft blicken.